Die Ernährung des Zwergkaninchens

So ein Kaninchen kann ein richtiger Feinschmecker sein und was das eine Tier gerne frißt muss dem anderen nicht unbedingt auch zusagen.
Dann kommt noch hinzu, dass das Kaninchen auf Grund seines Verdauungsorganes immer fressen muss! Der Verdauungstrakt bleibt nur in Bewegung, wenn jeder Zeit neue Nahrung zugeführt wird und dadurch der verdaute Brei weitergeschoben und am Ende auch ausgeschieden wird. Hat das Kaninchen nicht die Möglichkeit Nahrung zu sich zu nehmen kommt diese "Bewegung" ins stocken und das Tier hat Verdauungsprobleme, die schlimmstenfalls zum Tode führen können. Aus diesem Grunde ist eine ununterbrochene Futteraufnahme von ballaststoffreicher Nahrung sehr wichtig. Gefüllte Heuraufe

Dazu eignet sich nun eines ganz besonders gut:

das Heu !!!

Es ist das täglich Brot des Kaninchens.
Klar, daß es auch sehr gut schmeckt und immer gerne gemümmelt wird. Da Heu auch in keinster Weise dick macht und durch die vielen Ballaststoffe auch sehr gut für das empflindliche Verdauungssystem ist, muss es immer ausreichend zur Verfügung stehen.
Heu reguliert die Verdauung, Heu wird als "Zwieback" fürīs Kaninchen verwendet wenn es krank ist und Heu wird als Diätfutter eingesetzt, sollten ein paar Pfunde zu viel vorhanden sein.
Zusätzlich dient das Heu zur Zahnpflege. Die Tiere reiben sich beim Fressen die Zähne ab und man beugt evtl. Zahnproblemen vor.
Wie bei unserem Brot gibt es auch beim Heu Qualitätsunterschiede. Das Heu mit vielen Kräutern drin schmeckt natürlich besser als ohne. Und auch in der Lagerung ist es ähnlich empflindlich wie unser Brot. Trocken muss es lagern und darf auf keinen Fall schimmelig sein. Auch zu alt sollte es nicht werden. Wer mag schon altes, hartes Brot (außer unsere Häschen :-) )genauso mögen unsere Lieblinge kein staubiges und zerbröseltes Heu. Der Staub reizt die Atemwege der Tiere und wenn alle guten Kräuter ganz zerbröselt sind und nur noch die harten Stängel übrig bleiben schmeckt es nicht mehr so gut. Das Heu sollte Kräuter und Blumen enthalten die man auch noch im getrocknetem Zustand erkennen kann. Die Farbe muss noch grünlich sein und duften sollte es auch. Es ist bestimmt nicht immer leicht "so gutes" Heu zu finden aber der Aufwand lohnt sich bei dem wichtigstens Lebensmittel des Kaninchens

Dennoch, auch Kaninchen lieben die Abwechslung und wollen und können nicht nur vom Heu leben. Wir möchten ja auch nicht immer nur Brot essen.

Eine Trockenfuttermischung

Nun gibt es da noch zwei Mögichkeiten.
Trockenfutter und Grün- bzw. Saftfutter

Frisches Gün

Saft- bzw. Grünfutter

- ist bei Kaninchen besonders beliebt!! und auch sehr wichtig.

Da ist es dann schon fast egal, ob sie nun frische Grünpflanzen (Gäser, Äste und Blätter), knackiges Gemüse oder Obst bekommen. Sie fressen es sehr gerne und es passt auch hervoragend in ihren Ernährungs- und Verdauungsplan. Äste sind zudem auch noch für die Abnutzung der Zähne sehr wichtig.
Kaninchen sind Pflanzenfresser und ihr Verdauungsorgan ist auch ganz darauf ausgelegt regelmäßig pflanzliches Grünfutter zu bekommen. Da ist es dann auch kein Wunder, dass sie dieses Futter immer einem konzentriertem oder getrocknetem Futter vorziehen.
Doch auch beim Grün- und Saftfutter gibt es einige Dinge zu beachten.
Das jeweilige Futter muss möglichst frisch sein. Da ist es egal, ob es nun der Ast vom Baum oder die Möhre aus dem Garten/Geschäft ist. Natürlich ist da "natürlich" immer besser. Das heißt, nach Möglichkeit ohne Konservierungsstoffe und ungespritzt.
Bitte beachten wo man Grünfutter sammelt. Gänzlich ungeeignet sind Straßenränder. Hier ist das Grünzeug zu stark mit Abgasen belastet. Auch auf sogenannten "Gassiwegen" sollte man wegen der Krankheitsübertragung durch den Hundekot verzichten. Gespritze Äcker oder gedüngte Wiese sind auch verboten. Gerade letzteres wird sehr unterschätzt oder nicht bedacht. Ich selber hätte den Fehler bald gemacht und unsere Tiere als sie ganz neu bei uns waren auf eine kurz vorher gedüngte Wiese gestellt. Was ja eigentlich nur gut gedacht war (die Tiere sollten endlich raus dürfen) hätte fatale Folgen haben können.


Mein selbst gebauter Fressbaum Eine schöne und auch für die Kaninchen abwechslungsreiche Idee ist der Knabberbaum. Man kann ihn wie ich einfach aus einem Stück Balken basteln oder einen dickeren Ast nehmen. Auf jeden Fall ist es für die Tiere interessant ihre "guten Gaben" von diesem Baum zu fressen.

Ich selber habe einen alten Wäschespinnen-Ständer als Ersatzbaum umfunktioniert. Das Loch im Boden wo eigentlich die Spinne rein kommt dient nun als Asthalter. Die Tiere freuen sich jedes mal wenn neuer Nachschub kommt, knabbern aber auch immer gerne an den alten Ästen.

Im Sommer, wenn genug frisches Grünfutter zur Verfügung steht, kann meiner Meinung nach gänzlich auf Trockenfutter verzichtet werden. Die Tiere ernähren sich nur mit Heu und Grünfutter am natürlichsten und laufen nicht Gefahr zu dick zu werden. Wenn immer ausreichend Heu zur Verfügung steht und täglilch Grünfutter gereicht wird ist es wohl die gesündeste Ernährung für die Tiere.

Trockenfutter

bekommt man in jedem Zoofachgeschäft, in Genossenschaften oder einer Tierhandlung. Man kann es auch gut im Internet bestellen.
Ich selber habe bisher sehr gute Erfahrung mit den Bestellungen bei Zooplus gemacht und kann diesen Weg nur empfehlen. Die Lieferung erfolgt in der Regel sehr schnell und man bekommt dort auch sehr gute Futtersorten.
Einfach auf das kleine Kaninchen im Banner klicken und ihr landet direkt in der richtigen Sparte bei Zooplus.

Trockenfutter hat den Vorteil, dass es jederzeit verfügbar und praktisch in der Anwendung ist. Man muss nur auf das Gewicht der Tiere achten. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass man das Futter genau rationieren muss, sonst werden die Tiere sehr schnell zu dick.
Man braucht sich aber keine Gedanken zu machen, ob die Tiere alle Nährstoffe bekommen. Im sogenannten Alleinfutter ist alles drin was ein Kaninchen braucht. Besonderes Augenmerk muss man auf das Haltbarkeitsdatum legen. Ich pers. finde es auch unsinnig, dass das Futter oft mit Farbstoffen angereichert ist.
In vielen Futtersorten ist leider auch ein hoher Anteil von Getreidearten zu finden. Diese sind für die Kaninchen zu gehaltvoll und man sollte eher zu einem Pelletfutter mit evtl. getrocknetem Gemüse greifen.

Als kleine Richtline kann man für einen kleinen Zwerg ca. 1-2 Eßlöffel Futter nehmen und für einen größeren Mischlingszwerg oder einem Zwergwidder ca. 2-3 Eßlöffel Futter pro Tag.
Hier sei noch einmal erwähnt, dass das Kaninchen das ganze Futter fressen soll und darüber hinaus auch noch am Heu knabbern muss. Bleibt etwas vom Trockenfutter im Napf ist es ein eindeutiges Indiz, dass viel zu viel Trockenfutter gefüttert wurde. Kaninchen neigen sehr dazu sich nur die leckeren Sachen aus dem Futter zu suchen und "vergessen" dabei das für sie (und vor allen Dingen für die Zähne) so wichitge Heu. Also lieber nicht sofort neu auffüllen, sondern das Tier dazu bewegen das gesunde Heu zu fressen. Das geht leider nur indem man kein neues Futter auffüllt. Das mag dem einen oder anderen etwas hart erscheinen, dient aber letztendlich nur der Gesundheit des Tieres. Und die Gesundheit wollen wir unseren Tieren doch alle erhalten.

Es sollte jedem klar sein, dass den Tieren immer genug Wasser zur Verfügung stehen muss. Egal ob sie nun Trocken- oder Saftfutter bekommen. Natürlich ist Wasser bei alleiniger Gabe von Trockenfutter (was ich nicht als ideal ansehe) noch wichtiger.
Ich möchte hier nochmals erwähnen, dass unsere Tiere mittlerweile in den Sommermonaten gänzlich Trockenfutterfrei ernährt werden.

In der Regel wird das Trinkfwasser für die Tiere in sogenannten Trinkflaschen gereicht. Meiner Erfahrung nach trinken Zwergkaninchen aber wesentlich lieber und somit auch mehr aus einfachen Näpfen. Wir sind aus diesem Grunde auch komplett von den Trinkflaschen abgekommen. Den Tieren wird durch die unnatürliche Körperhaltung das Trinken erschwert.

Zur Startseite
Besuchen Sie unsere Löwenmähnenkaninchen!