Wie jedes andere Tier auch, benötigen unsere kleinen Löwchen auch etwas Pflege und Fürsorge um
immer richtig gesund und auch so schön zu bleiben wie sie beim Kauf sind.
Einen großen Vorteil haben in dieser Hinsicht aber auf jeden Fall die Löwchen im Vergleich mit anderen
langhaarigen Tieren. Das Fell benötigt normalerweise keine besonderen Zuwendungen. Selbst
gebürstet werden braucht es nicht unbedingt zur Fellpflege - was natürlich nicht heißen soll, dass
man die Tiere nicht bürsten darf wenn sie es mögen und genießen.
Während des Fellwechsels ist das tägliche Bürsten dennoch für Kaninchen und Halter eine Erleichterung.
Sollte trotzdem mal ein Knoten oder Verfilzungen im Fell
auftreten läßt sich das recht einfach mit einem Kamm entfernen.
Bei ganz hartnäckigen "Zippeln" hat sich bei meiner Perserkatze gezeigt, dass sie ein
vorsichtiges Entfernen mit der Schere als angenehmer empfindet als das auskämmen. Hierzu nehme
ich eine Kinderschere - diese hat eine abgerundete Spitze - und schneide ganz behutsam den Knoten
raus.
Das schwierigste an der ganzen Pflege ist wohl das Krallen schneiden.
Als erstes stellt sich die Frage, wann schneiden. Eine grobe Empfehlung ist hier, dass die Krallen
nicht wesentlich über das Fell an den Pfoten herausschauen sollten.
Nun steht man vor der Entscheidung, macht man das selber oder geht man zum Tierarzt?
Hier kann ich nur empfehlen, wer so etwas bisher noch nie gemacht hat und auch noch nicht
genau gezeigt bekommen hat sollte es sich auf jeden Fall vom Tierarzt einmal zeigen lassen.
Danach denke ich, ist es durchaus möglich diese Pflegemaßnahme an einen zahmen Tier selber
durchzuführen. Besonders erwähnen möchte ich aber, dass es in jedem Fall einfacher ist die
Krallen an einem "hellen" Tier zu schneiden. Bei diesen Tieren kann man die Blutgefäße in den
Krallen viel deutlicher sehen. Sollte bei einem schwarzen Tier das Blutgefäß in der einzelnen
Kralle nicht sichtbar sein bitte niemals "auf Verdacht" losschneiden. Die Tiere können ganz
schlimme Entzündungen an den Krallen bekommen, wenn die Blutgefäße getroffen werden. Zudem ist
es dann auch sehr schmerzhaft und ein Tier mit einer solcher Erfahrung wird sich bestimmt
nie wieder die Krallen ohne Gegenwehr schneiden lassen.
Im Zweifelsfalle also immer lieber zum Fachmann!!!!!!!!!
Wenn man sich nun wirklich selber daran wagen möchte, ist es vielleicht sehr hilfreich, wenn eine
zweite Person das Tier und das Pfötchen festhält.
Nun mit einer Krallenschere- oder Zange die einzelne Kralle abklipsen. Dabei sollte man immer ein
Stück (ca. 0,5 cm) vor dem Blutgefäß schneiden und niemals genau an der Stelle.
Einen "täglichen Blick" sollte man auch auf die Augen und Ohren der Tiere richten
Sie sollten in jedem Falle sauber und ohne Verkrustungen sein. Kleinere Sandkörnchen im Augen
kann man versuchen selber zu entfernen. Bei andauernden und größeren Verunreinigungen geht man
am besten schnellstens zum Arzt. Verklebte Augen und unsaubere Ohren deuten sehr oft auf Krankheiten
hin und sollten vom Facharzt untersucht werden.
Dann sind da noch die Perianaltaschen.
Diese müssen nicht täglich angesehen werden doch wenn es sich ergibt und das Kaninchen ganz entspannt ist
kann man hin und wieder mal einen Blick darauf werfen.
In den Perianaltaschen, die sich rechts und links vom Geschlecht befinden, sitzen die Leistendrüsen.
Aus diesen Drüsen sondern die Kaninchen ein leicht süßlich riechendes, schmieriges Sekret ab welches
ihr persönliches Parfüm ist. Sollte sich zu viel von diesem Sekret in den Taschen sammeln kann
es zu Verunreinigen kommen, die dann von uns gesäubert werden müssen. Dieses muss natürlich auch
ganz vorsichtig geschehen. Man kann mit einem Wattestäbchen (evtl. mit laufwarmen Wasser anfeuchten)
vorsichtig die Verkrustungen entfernen.
Nicht zu vergessen die Zahnkontrolle!!
Die Zähne der Kaninchen wachsen ein Leben lang nach. Damit diese nun nicht so lang werden, dass
keine Nahrungsaufnahme mehr möglich ist, müssen Kaninchen möglichst viel nagen und die entsprechende
Nahrung dafür jederzeit zur Verfügung stehen.
Auch bei richtiger Nahrung müssen die Zähne aber regelmäßig kontrolliert werden, da es auch eine
erblich bedingte Fehlstellung der Zähne gibt. Leider kann man das häufig nicht direkt beim
Jungtier feststellen. Sollte eine solche Fehlstellung vorliegen, müssen dem Tier die Zähne
regelmäßig vom Tierarzt mit einer entsprechenden Zange gekürzt werden.
Da es bei Hunden und Katzen durchaus Sitte ist, diese Tiere, wenn sie etwas schmutzig sind zu baden,
möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich erwähnen, dass Kaninchen niemals gebadet werden sollen.
Die Tiere würden bei einer solchen Aktion nur in Panik geraten und evtl. sich selber und den
Halter verletzen.
Kaninchen sind sehr reinliche Tiere, die sich und ihr Fell solange sie gesund sind ganz alleine
in Ordnung und damit auch sauber halten.
Sollte ein Tier so verschmutzt sein, dass man den Wunsch
hat es zu baden, rate ich den Gang zum Tierarzt an.
Ein Tier welches sich selber so vernachlässigt
ist meistens krank oder hat starke Mangelerscheinungen.