Hier nun eine allgemeine Entwicklungsbeschreibung für neugeborene Zwergkaninchen:

Auf die Welt kommen die kleinen Kaninchen nackt, blind und taub.

Sie sind völlig hilflos und auf ihre Mutter angewiesen. Aus diesem Grunde nennt man sie auch Nesthocker.

Nestbau Nestbau Die Mutter baut eine warmes und weiches Nest aus Stroh, Heu und eigenem Fell, welches sie sich kurz vor der Geburt im Bereich der Wamme und des Bauches rupft.
Durch Hormone, die sich vor der Geburt bilden, hat sich das Fell gelockert und läßt sich so leicht ausrupfen. In das Nest, in dem immer eine Temperatur von ca. 35 C herscht, legt die Zwergkaninchen-Häsin dann zwischen vier und sechs kleine Kaninchen.

Die Geburt findet meist in den Morgenstunden statt - wobei es bei unserem Finchen doch der Nachmittag war - und das Ganze läuft so schnell ab, dass man meistens gar nichts davon mitbekommt.

Die neugeborenen Kleinen wiegen so ca. 25 Gramm und liegen eng aneinander gekuschelt im Nest.

In den ersten Tagen können die Babys nur über ihren Tast- und Geruchssinn ihre Umwelt wahrnehmen.
Sie warten geduldig auf jedes Kommen ihrer Mutter. Dies geschieht meistens nur einmal am Tag.

Die Milch von Kaninchen ist konzentrierte Kraftnahrung. Sie enthält viermal soviel Eiweiß wie Kuhmilch, ist fünfmal so fett und enthält auch fünfmal so viel Kalzium.
Trotz des wenigen Säugens verdoppeln die Kleinen innerhalb weniger Tage ihr Geburtsgewicht.

Die Mutter verharrt beim Säugen in Hockstellung über den Kleinen. Diese streben, sobald Bewegung in das Nest kommt eifrig auf die Zitzen zu (man merkt es auch wenn man die Nestkontrolle durchführt - die Kleinen fangen sofort hektisch an zu suchen) und saugen auf dem Rücken liegend gierig die Milch auf.

Nach jedem Füttern leckt die Häsin den Jungen den Bauch, damit die Darmtätigkeit angeregt wird und frißt die Ausscheidung auf und hält somit das Nest sauber. Man erkennt ganz deutlich die Dreieckszeichung

Ab dem sechsten Tag kann man schon sehr deutlich das Fell erkennen. Man sieht die kommenden Farben und beim Löwenköpfchen kann man auch schon deutlich die Dreieckszeichung erkennen. In diesem Bereich bildet sich das Fell erst etwas später aus.

Wir haben auch bemerkt, dass sich die Ohren langsam öffnen und nicht mehr so eng am Körper anliegen.


Nun sind die Augen richtig weit auf. So um den zehnten Tag herumg öffnen die Kleinen die Augen und das Ohrenspiel beginnt. Die Jungen können nun sehen und hören.
Das Geburtsgewicht hat sich nun vervierfacht - trotz nur einmaligen Saugens am Tag - und die Kleinen sind nun kräftig genug um erste Krabbelversuche zu starten.

Finchens Babys am 15. Tag

Mit zwei Wochen haben die munteren Kerle ein flauschiges, dichtes Babyfell.
Ganz mutig starten sie die ersten Erkundungsgänge aus dem Wurfhäuschen raus. Man kann beobachten wie die ersten Putzversuche unternommen werden und auch der Gleichgewichtssinn wird beim Männchen machen trainiert. Da kann es dann durchaus noch passieren, dass es den einen oder anderen Sturz gibt. Dieses hindert aber nicht daran fleißig weiter zu trainieren.

Jetzt haben die Kleinen das Heu entdeckt. In dem Alter von ungefähr drei Wochen beginnen sich die Kleinen auch für das Futter der Mutter zu interessieren.
Sie knabbern schon mal an dem einen oder anderen Halm vom Stroh oder Heu.

Mit vier Wochen wird das Kaninchenleben so richtig lustig.
Die Kleinen werden immer neugieriger und sind richtig munter. Sie springen wild umher und schlagen Haken in der Luft. Diese Bewegungen sind auch sehr wichtig, damit sich die Muskulatur gut ausbildet.
Unsere Tochter verteilt Streicheleinheiten. Es empfielt sich, die Kleinen schon jetzt an den Mensch zu gewöhnen und mit guten Sachen wie erstem Grünfutter und gutem Heu zu verwöhnen. Sie fressen jetzt regelmäßig von dem angebotenen Futter und nehmen Leckereien gerne an. Gleichzeitig lernen die Jungtiere schon sehr früh, dass der Mensch es gut mit ihnen meint und sie keine Angst haben müssen. Häufiges Streicheln und gutmütiges Ansprechen runden die Kontaktpflege ab. So werden die Tiere bestimmt mal vertrauensvolle und anhängliche Partner.

So ca. ab der sechsten Woche können sich die Jungtiere ganz selbständig vom angebotenen Futter ernähren. Die Häsin säugt nun die Kleinen nicht mehr.

Mit ca. sieben Wochen können die Kleinen dann in ihr neues Zuhause entlassen werden. Sie durchleben nun ihren ersten Fellwechsel und beginnen auch mit den ersten Rangordnungskämpfen.


Diese Beschreibung der Entwicklung kann natürlich nur ein grober Zeitablauf sein.
Wie bei allen Lebewesen gibt es auch bei den Kaninchen Unterschiede in der Entwicklung und ein paar Tage Verzögerung stellen nicht gleich eine Entwicklungsstörung dar.


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